Kaum enie Ausstellung des Linden-Museums h

tte besser mit der Sonnenfinsternis am 11. August korrespondieren k

nnen als die Ausstellung
"Zeit der Buddhas". Nach indischer Tradition ist es die d

monische Macht Rahu, die f

r kurze Zeit die Sonne (oder den Mond) verschlingen kann. In personifizierter Form tritt Rahu als riesengro

er Kopf ohne Leib oder - wie eine meisterhafte tibetische Malerei dei Ausstellung zeigt - mit einem von Augen und gro

em Rachen besetzten Schlangenleib auf.
Diese mythologische Ikonographie setzt sich in den esoterischen Lehren des Vajrayana-Buddhismus fort. Dem makrokosmischen Verschlungenwerden von Sonne oder Mond wird der mikrokosmische Aspekt gegen
bergest ellt, der die Vereinigung von Sonne und Mond im Moment der Sonnenfinsternis betont: Begrifflich steht Rahu hierf
r den mystischen und subtilen Zentralkanal, der entlang der Wirbels
ule verl
uft. Rechts und links davon befinden sich die Sonnen-und Mondkan
le mit ihren je spezifischen Energien. Gelingt es in der Meditation einem Yogi, seine roten, warmen Sonnen - und seine kalten, wei
en Mondenergien im Zertralkanal zu vereinigen, gr
ndet er die Basis f
r die Erleuchtung innerhalb eines Lebens.
Die Auseinandersetzung mit kosmologischen Ereignissen und ihrer Bedeutung in der asiatischen Mythologie ist bereits in den fr
heren Arbeiten von Rolf A. Kluenter leitmotivisch aufzusp
ren. Anl
lich einer im asiatisch-pazifischen Raum sichtbaren Sonnenfinsternis im vergangenen Jahr schuf er die Installation "Rahu - Total Eclipse 1", wobei er dieses Ereignis als Metapher, als Mittel eines west
stlichen Dialogs einsetzte. Bei "Rahu - Total Eclipse 2" steht das Parallel-Moment im Vordergrund. Die Installation im eingegrenzten, fa
aren Raum - der Galerie oder dem Mikrokosmos - steht das konkrete, kosmische Ereignis, das datierbare Naturschauspiel, der Makrokosmos gegen
ber. Die erweiterte, f
r die Ausstellung "Zeit der Buddhas" geschaffene Installation besteht ausgro
und kleiformatigen, bereits bei der Herstellung schwarz eingef
rbten B
tten, archaisch in ihrer bewo
t rauh gehaltenen Struktur. Die Arbeiten sind so im Raum angeordnet, da
Spannungsfelder und Dialoge entstehen. Erst mit dem bewu
ten Durchschreiten und Umgehen der Arbeiten verbinden sich die Fragmente und Einzelpositionen zu einem Ganzen, zu einer Einheit. Nur dabei kann auch die Malerei, teilweise verborgen, wahrgenommen werden. Die polaren Sonnen - und Mondkr
fte, Licht und Schatten, W
rme und K
lte werden thematisiert und bilden den Kern einer essentiellen Lebenserfahrung, die Makro - und Mikrokosmos verbindet.